Spanien

Spanien, AKW, Pro-Atom, Almaraz, Asco, Cofrentes, Trillo, Vandellos, Uranabbau, Hochrisikoreaktor

  • 7 aktive Reaktoren an 5 Standorten
  • Ausstieg 2023 beschlossen
  • alle Reaktoren sind Hochrisikoreaktoren
  • Stromerzeugung 2024 aus
    • 22% Fossile Brennstoffe (18% Gas, 3% Öl, 1% Kohle)
    • 59% Erneuerbare Energie (22% Wind, 14% Wasser, 19% Solar, 2,5% Biomasse+Abfall, 1,5% Geothermie)
    • 19% Atomenergie
  • 287 TWh Eigenproduktion, 14,4 TWh Importe, 24,6 TWh Exporte 1

Geschichte


Das erste AKW Spaniens geht 1969 in Betrieb, zwei in den 1970ern, sieben weitere in den 80er-Jahren.
Ab den 1970ern kamen auch Proteste in der Bevölkerung auf. 1983 folgt nach einem Moratorium eine Baupause, jedoch werden noch vier AKWs fertig gestellt. Seitdem wurden keinen neuen AKWs mehr gebaut.
Proteste gibt es auch aus Portugal, vor allem gegen das grenznahe AKW Almaraz. An dem Standort wird auch Atommüll gelagert.

Ausstieg vs. Ausbau


1990 wurde nach einem Zwischenfall der erste Reaktor stillgelegt, 2005 und 2012 zwei weitere. 2011 wird die gesetzliche Bestimmung aufgehoben, die die Laufzeit von AKWs auf 40 Jahre beschränkt und eine Laufzeitverlängerung von 20 Jahren empfohlen. 2023 beschließt die spanische Regierung den Atomausstieg, 2027 soll das erste AKW abgeschaltet werden. 2

Blackout 2025


Am 28. April 2025 kommt es im zu einem Blackout, 50 Millionen Menschen in Spanien, Portugal und Teilen Frankreichs sind betroffen. Erneuerbare Energien produzieren extrem viel Energie, während gleichzeitig in mehreren Kraftwerken (AKWs?) das Drosseln der Leistung nicht wie vorgesehen funktioniert. Nach dem Blackout wird der geplante Atomausstieg stark hinterfragt, die Regierung hält jedoch daran fest, AKW-Betreiber stellten jedoch Ende 2025 einen offiziellen Antrag für den Weiterbetrieb der AKWs. Stand 07/2026 gibt es dazu noch keine aktuellen Infos. 3

Atommüll-Lagerung


  • Ein Plan oder gar Lösung für die Endlagerung ist nicht in Sicht. Niedrig-, mittel und hochradioaktiver Atommüll wird aktuell an den AKW-Standorten zwischengelagert, die Zwischenlager erreichen jedoch bald ihre Grenzen.
Im Atlantik lagern mehr als 200.000 Fässer mit Atommüll - davon auch mehrere tausend vor der spanischen Küste - die in den 1950er-1980er-Jahren von mehreren europäischen Ländern dort versenkt wurden. Die Gegend wurde 2025 zum ersten Mal untersucht, die Folgen sind noch nicht einschätzbar. 4

Störfälle und Katastrophen


1966: US-Flugzeuge mit 4 Wasserstoffbomben (Abschreckung kalter Krieg) stürzen über Spanien ab. Die Wasserstoffbomben selbst explodieren zwar nicht, jedoch die Plutonium-Zünder der Bomben und verteilen so radioaktives Plutonium-239 über die Landschaft. Der Unfall wird verharmlost, einige Details werden bis heute geheim gehalten. Der betroffene Ort wird nicht evakuiert oder gereinigt und nur ein Teil des betroffenen Landes Erde abgetragen und in den USA entsorgt. Erst 2007 wurde eine Sperrzone errichtet und das betroffene Gebiet bis heute nicht vollständig dekontaminiert. 5
1989, Vandellos: Nach einem Feuer kommt es zu schweren Problemen mit dem Sicherheitssystem. Die Regierung beschließt, die Kosten seien nicht von den Steuerzahlern, sondern von den Betreibern aufzubringen. Daraufhin wird der Reaktor geschlossen.6
2007, Asco: Durch einen Fehler beim Wechsel der Brennelemente gelangt hoch kontaminiertes Wasser und Schlamm in das Belüftungssystem und weiter in die Umgebung und Atmosphäre. Der Betreiber verschweigt den Zwischenfall zuerst, bezeichnet ihn dann als unerheblich.
Eine Überprüfung der spanischen Atomaufsicht ergibt, dass als 300-mal mehr Radioaktivität ausgetreten war als gemeldet. AKW-Mitarbeiter_innen und Besuchergruppen waren wissentlich der gesundheitlichen Gefährdung durch Radioaktivität ausgesetzt worden.7
2015, Almaraz: Nach einer fehlgeschlagenen Reparatur an einer Pumpe gelangt radioaktives Wasser in den Tajo, der bis nach Lissabon, Portugal fließt. Der Vorfall wird verharmlost, Inspektoren werden unter Druck gesetzt, keine Details in ihren Bericht aufzunehmen. 8

Probleme


  • Alle aktiven AKW sind Hochrisikoreaktoren. Sie sind bereits rund 40 Jahre in Betrieb und liegen teilweise zusätzlich in einem Erdbebengebiet.

Mehr Infos und Quellenangaben:
1 Stromproduktion | IEA.org, aufgerufen 07/26
2 Länderinfos | WorldNuclearAssociation.org, aufgerufen 07/26, World Nuclear Industry Status Report 2025, S 504-510 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/26
3 Atomausstieg nach Blackout? | CleanThinking.de, aufgerufen 07/26, World Nuclear Industry Status Report 2025, S 504-510 | worldnuclearreport.org, aufgerufen 07/26
4 Atommüllfässer vor Küste Galiziens | mallorca-services.es, aufgerufen 07/26, Atommüll im Atlantik | Deutschlandfunk.de, aufgerufen 07/26
5 Atomunfall Palomar | Baskultur.info, aufgerufen 07/26
6 Atomunfall Vandellos 1989 | Spiegel.de, aufgerufen 07/26
7 Zwischenfälle AKW Asco | Wikipedia.org, aufgerufen 07/26
8 Probleme AKW Almaraz | Telepolis.de 06/16

Foto: AKW Vandellòs, © Jorge Franganillo

Informationsstand 07/2026

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